Verhaltensprobleme
Mobbing in der Schule: Lehrer
Beratung für Lehrende
Auf der Klassenebene
Mobbing ist ein Klassenproblem und bedeutet für den Täter immer Statusgewinn auf Kosten anderer. Der Kreislauf kann IM durch das Versagen von "Anerkennung" (allgemeines Schweigen bedeutet Billigung) erfolgreich unterbrochen werden.
Tadeln sie konsequent jedes unsoziale Verhalten - nicht aber die Personen als "solche" - vor der ganzen Klasse. Versäumen Sie allerdings nicht dabei gleichermaßen positiven Umgang der Schüler gegenüber anderen anzuerkennen und zu loben. Dies gilt besonders für aggressive Kinder, wenn diese sich nicht aggressiv verhalten.
Einigen Sie sich mit ihren Schülern über einfache und konkrete Klassenregeln bei aggressiver Handlungsweise. Sie können z.B. Klassenregeln gegen Schimpfwörter, die als Beleidigung und Bedrohung gegen andere gedacht sind, einführen. Sie sollten beim Aufstellen der Verbote darauf achten, dass die Schüler genau wissen, wo die Grenze zwischen tolerierbaren und nicht tolerierbaren Ausdrücken verläuft, und dass Sie diese Verbote auch kontrollieren können. Setzen Sie angemessene Strafen bei Verletzung dieser Regeln - nicht gegen die Person gerichtet, sondern gegen ein unerwünschtes Verhalten - mit den Schülern zusammen fest. Auf diese Weise fühlen sich die Kinder eher für die Einhaltung verantwortlich.
Reden Sie in ihrer Klasse offen über Mobbing. Ermutigen Sie ihre Schüler, sich über eigene Erfahrungen zu äußern. Diskutieren Sie regelmäßig - z.B. Einführung eines Wochenrückblicks - mit ihnen über Aggressionen unter Schülern. Indem Sie Filme zeigen, Rollenspiele veranstalten oder auch Lesungen halten, können Sie ihre Schüler für dieses Thema sensibilisieren. Unterstützen Sie dabei Perspektivenübernahme: Wie fühlt man sich als Opfer, wie als Täter.
Achten Sie bei Gruppenarbeiten verstärkt darauf, um isolierte Schüler eine Gruppe freundlicher und positiver Schüler zu versammeln. Mobber hingegen sollten in einer Gruppe von sicheren und starken Schülern arbeiten, die sich Mobbing nicht gefallen lassen würden. Betonen Sie insbesondere bei Gruppenarbeiten, dass jedes Gruppenmitglied dafür verantwortlich ist, dass jeder einzelne aus ihrer Gruppe die gestellte Aufgabe lösen kann und in der Lage ist, die Lösung des Problems vor der ganzen Klasse vorzutragen. Sie sollten ferner hervorheben, dass die Leistung der Gruppe bewertet wird.
Veranstalten Sie gelegentlich Projekte, an denen die Teilnahme allen Kindern großen Spaß macht.
Auf der Schulebene
Bringen Sie das Thema unter ihren Kollegen zur Sprache und tauschen Sie ihre Beobachtungen mit ihnen aus. Verständigen Sie sich über einheitliche Strategien, wie dem Verhalten aggressiver Schüler begegnet wird. Bedenken Sie, dass uneinheitliches Verhalten seitens der Lehrer aggressive Verhaltensmuster an Schülerseite verstärkt. Geben Sie sich untereinander Rückmeldung über den Erfolg oder Misserfolg der Maßnahmen gegen Mobbing.
Sprechen sie bei Lehrerkonferenzen, Elternabenden und auch Elternbeiratssitzungen nicht nur über die schulischen Leistungen der Schüler, sondern ebenfalls über Klassen/ Schulklima, das Verhalten gegenüber ihren Mitschülern etc.
Halten Sie sich über das Problem Mobbing auf dem Laufenden. Sprechen Sie hin und wieder mit Fachleuten darüber.
Auf der persönlichen Ebene
Führen Sie nur! Einzelgespräche mit (verdächtigen) Mobbern (hintereinander, so dass Absprachen verhindert werden). Stellen Sie dabei klar heraus, dass Gewalt in der Schule nicht akzeptiert wird, und dass dafür gesorgt wird, dass sie aufhört.
Stellen Sie sicher, dass das Opfer wirksam gegen Aggressionen von Mitschülern geschützt wird.
Versuchen Sie, Verbindung mit den Eltern aufzunehmen, doch holen Sie sich vorher das Einverständnis des Opfers. Streben Sie die grundsätzlich die Zusammenarbeit mit den Eltern (von Tätern und Opfern) an, denn diese können in hilfreicher Weise Einfluss auf ihr Kind ausüben.
Quelle:
LMU - München Dr. Kulis
Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie
Mai 2005









