Verhaltensprobleme
Mobbing in der Schule: Schüler
Beratung der Mobbingopfer
Das Ziel jeder Beratung zu Mobbing ist der Schutz des Opfers vor weiteren Schikanen durch Mitschüler
Im Folgenden sind einige Ratschläge aufgelistet, was den Opfern geraten werden kann - dabei ist darauf zu achten, was Opfern zumutbar ist und was nicht mehr (wie z.B. weitere Gespräche mit Lehrpersonal).
Es gibt zwei so genannte goldene Regeln bei der Mobbingberatung:
(1) Wenn die Opfer mit niemanden sprechen, dann wird sich sicherlich nichts ändern. Im Gegenteil, aus den Befunden der Forschung geht hervor, dass Mobbing ohne Eingreifen seitens der Schule aufgrund seiner Dynamik "von alleine" zu einer Verschlimmerung führt.
(2) Auf eine liebevolle und klare Art und Weise muss Opfern deutlich verständlich gemacht werden, dass sie keinesfalls Schuld an den Schikanen sind. Mobbing entsteht, weil es Kinder gibt, die aggressive Strategien einsetzen, um sich sozialen Einfluss zu verschaffen. Mobbing ist zielgerichtete Aggression.
Tipps
Es liegt nicht an dir, dass es passiert. Jedem können Schikanen widerfahren. Das Verhalten deiner Mitschüler ist falsch. Es gibt viele Menschen, die sich oft und immer wieder falsch verhalten. Doch wenn ihnen niemand sagt, dass es nicht richtig ist, dann machen sie es auch weiterhin. Es ist wichtig, dass du deinen Eltern und deinem Lehrer davon erzählst.
Überlege dir, mit welchem Lehrer du am liebsten darüber sprechen möchtest. Du kannst auch deine Eltern darum bitten mit ihm zu reden. Such dir den Lehrer aus, der deiner Ansicht nach das größte Verständnis für deine Situation aufbringen und dir helfen würde. Du brauchst keine Angst haben, andere könnten dich eine Petze nennen. Bitte deinen Lehrer einfach darum, deinen Namen bei anderen Schülern nicht zu erwähnen.
Wenn du befürchtest, dass deine Eltern dir nicht glauben oder dich nicht verstehen, dann spreche ich gerne mit ihnen. Sie können selbstverständlich bei der Helpline anrufen.
Sag deinen Eltern, was deiner Meinung nach das Beste wäre, um etwas gegen die Schikanen zu unternehmen. Sag ihnen auch warum sie aus deiner Sicht bestimmte Sachen lassen sollten und wie du die ganze Situation betrachtest und einschätzt.
Unterhalte dich auch mal mit anderen Schülern, denen es genauso ergeht wie dir, z.B. mit Klassenkameraden oder Schülern aus einer anderen Klasse. Du kannst deine Erfahrungen mit ihnen teilen und ihr könnt euch sogar vielleicht gegenseitig unterstützen.
Es gibt auf jeden Fall eine Lösung für dein Problem, aber du musst davon erzählen, damit sich etwas verändert. Sprich mit deinen Freunden, Geschwistern und deinen Mitschülern darüber und bitte sie um ihre Hilfe. Wenn sie erkennen, dass du selbst was unternimmst, werden sie dich unterstützen. Ihr könnt ja dann gemeinsam zum eurem Lehrer gehen.
Versuch dich doch mal in die Schüler hineinzuversetzen, die dich schikanieren. Betrachte was dir passiert mit ihren Augen. Du könntest z.B. eine Art Tagebuch anlegen und genau aufschreiben, was dir in der Schule passiert und was du dir dabei denkst. Wann es dir passiert, wie oft es dir passiert, warum du glaubst, dass es dir passiert. Beschreibe so genau wie möglich die Situation. Schau dir an, in welchen Situationen sich deine Mitschüler sonst noch falsch verhalten, und ob sie in gleicher Weise gemein zu anderen sind, vielleicht sogar zum Lehrer.
Du könntest auch öfter etwas unternehmen was dir Spaß macht. Hast du dir schon mal überlegt z.B. in einen Verein zu gehen oder an einer Malgruppe teilzunehmen. Erzähle deinen Eltern von deinen Ideen.
Umgehe möglichst jede Konfrontation mit den Schülern, die dich schikanieren und halte dich besser an "sicheren" Orten in der Schule auf. Gehe besser nicht alleine auf die Toilette oder in die Pause.
Quelle:
LMU - München Dr. Kulis
Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie
Mai 2005









