Essstörungen
zählen zu den Verhaltensstörungen
Ess-Störungen bei Kindern und Jugendlichen:
Beispiele dafür:
1. Anorexia nervosa - Magersucht
2. Bulimia nervosa (Fressattacken u.ä.)
3. Adipositas - Fettsucht
4. Pica - (Essen ungenießbarer Stoffe u.ä.)
Diese Störungen erfordern immer den Einsatz einer Fachkraft (Arzt, Psychotherapeut, usw.). Daher ist es sinnvoll, mit verschiedenen Einrichtungen dieser Art zu kooperieren. Günstig ist es auf jeden Fall, Beobachtungen bezüglich bestimmter Schüler zu registrieren und wenn möglich die Eltern vorsichtig und einfühlsam daraufhin anzusprechen. Für die Diagnostik bieten sich der Fragebogen zum Essverhalten (PEV) von V.Pudel und J. Westenhöfer und das Inventar zum Essverhalten und Gewichtsproblemen (IEG) von J.M. Diehl und T. Staufenbiel an. Die Durchführung sollte jedoch einem Psychologen überlassen bleiben.
Manchmal kommt es vor, dass sich bereits jugendliche Schülerinnen in Psychotherapie wegen einer Ess-Störung befinden. Dann gibt es wenig Sinn, in den bereits laufenden Therapie-Prozess einzugreifen. Vielmehr sollte man hier auch immer wieder Verständnis für die betroffene Person zeigen und Gesprächsbereitschaft signalisieren. Die Schule sollte sich in ihrem Selbstverständnis heute dahingehend entwickeln, auch Schüler und Schülerinnen mit schweren psychischen und körperlichen Problemen die Möglichkeit zu geben, ihre Schullaufbahn bestmöglich zu absolvieren.
(Nach Bachheibl, Petra: Ess-Störungen - 10 ESS - im HANDBUCH DER SCHULBERATUNG, mvg Verlag, Landsberg/Lech 1998)
Das Staatsinstitut für Schulqualiät und Bildungsforschung (ISB) bietet ein Portal zum Thema Gesundheit und Schule an. Dort wird u. a. auch das Thema Essstörungen bei Schülern behandelt.
Portal des ISB: Gesundheit und Schule
Prävention
Der Grundsatz "Stärkung" gilt für die Beratung bei vielen schulischen Krisen.
Es wurden durch die "Coping-Forschung" folgende Schutzfaktoren für eine ganze Reihe von Gefährdungen gefunden:
| Schutzfaktoren auf der individuellen Ebene | Schutzfaktoren im Bereich der sozialen Umwelt: |
|---|---|
| I. Fähigkeit zur Selbsthilfe | |
| II. Problemlöse- und Kommunikationsfertigkeiten |
I. positives Familienklima |
| III. positives Selbstkonzept | |
| IV. Selbstvertrauen | II. verständnisvoller Erziehungsstil |
| V. Selbstwirksamkeitsgefühl |
Entgegen landläufigen Vorurteilen (der nichtgestörte Mensch fällt eben nicht so auf!) konnte die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen nach Künzel-Böhmer z.B. für Sucht nachgewiesen werden. Uwe Siebert berichtet davon, daß der Nachweis ebenfalls bei Schwangerschaftskonflikten, in der AIDS Forschung zur Jugendsexualität und in der Erforschung des sexuellen Mißbrauchs gelungen ist. Bei Gewaltprogrammen konnte noch keine klare Aussage getroffen werden.
Das entsprechende Konzept hat der Münchner Schulpsychologe Fritz Füßl in dem Beitrag "Prävention" im "Handbuch der Schulberatung" (mvg-Verlag, Landsberg) ausführlich dargestellt.
Die Schulberatung in Bayern bietet Schülern, Eltern und Lehrern qualifizierte Ansprechpartner an den Schulen: Beratungslehrkräfte und Schulpsychologen.
Ein Team solcher Beratungsexperten gibt es in jedem Bezirk als staatliche Schulberatungsstelle.
Zu Verhaltensproblemen allgemein:
Verhaltensprobleme wie z.B. Essstörungen haben selten nur eine Ursache. Sie stehen in einem
... multikausalen, d.h. mit vielerlei Ursachen verknüpften Bedingungszusammenhang.
....Daher erfordern sie ein umfassendes Verständnis
....und ein abgestimmtes Handeln von Eltern, der Schule und dem Kind selbst.
So zeigen auch scheinbar "nur" körperliche Verhaltensprobleme einen vielschichtigen Kern.
Im Bereich Medienkonsum kommt es auch zu Verhaltensproblemen:
Am "Staatsinstitut für Schulpädagogik" (ISB) werden von der "Gemeinschaftsaktion Medienerziehung" vielfältige Materialen zur Medienerziehung erstellt, die in der Reihe Medienzeit des KM erscheinen. Ergänzend dazu gibt es "Medienzeit aktuell" von der Arbeitsgruppe Medien des ISB.
Info-Portal "Bauchgefühl"
Das Portal "Bauchgefühl" wird vom Kultusministerium und von den Betriebskrankenkassen getragen. Hier können sich Jugendliche, Eltern und Lehrer zum Thema Essstörungen informieren.
Infos der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Um pädagogische Fachkräfte in ihrer Arbeit zu unterstützen, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) den Ratgeber "Essstörungen vorbeugen - Informationen und Übungen für die Gruppenarbeit" entwickelt.










