Lehrergesundheit
Gesamtkonzept Lehrergesundheit
hier der gesamte Text vom 28.9.07 (III.6-5 P 4013 - 6.90 706)
"... mehrere wissenschaftliche Studien der letzten Jahre haben für den Lehrberuf spezifische berufliche Belastungen nachgewiesen. Auf besondere Beachtung in der Öffentlichkeit ist die "Potsdamer Lehrerstudie" von Professor Schaarschmidt getroffen, die in ihrem ersten Teil (2003) Risikotypen des Lehrverhaltens qualitativ beschrieb und in ihrem zweiten Teil (2006) daraus Vorschläge für Unterstützungsmaßnahmen für Lehrerinnen und Lehrer ableitete.
Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus ergriff unabhängig von diesen Forschungsarbeiten, aber mit vergleichbaren Zielsetzungen seit 2002 verschiedene Maßnahmen, um die Eignung von Unterstützungsmaßnahmen zu erproben; zu diesem Zweck waren insbesondere zwischen 2002 und 2007 in den Regierungsbezirken Mittelfranken, Niederbayern und der Oberpfalz drei Modellversuche zur Lehrergesundheit eingerichtet.
Auf der Grundlage der Erfahrungen aus den Modellversuchen richtet das Ministerium ab dem Schuljahr 2007/08 landesweit ständige Angebote zur Erhaltung und Förderung der Lehrergesundheit ein.
Diese gehen davon aus, dass der Umgang mit beruflichen Belastungen eine wichtige persönliche Kompetenz der Lehrkräfte darstellt. Bei der Stärkung dieser Kompetenz werden die Lehrkräfte aber vom staatlichen Dienstherrn unterstützt.
Die Angebote zur Lehrergesundheit sind präventiv - zur Vorsorge gegen berufsbedingte Erkrankungen - und zum Teil auch kurativ - bei schon bestehenden oder sich entwickelnden Belastungen - angelegt. Sie werden in allen Phasen der Laufbahn einer Lehrkraft vorgehalten:
1. Die Inhalte der Lehramtsausbildung zum Umgang mit beruflichen Belastungen in der ersten und zweiten Phase (Referendariat) werden schrittweise profiliert und verstärkt.
2. Die Lehrerfortbildung hält - schulartübergreifend und schulartspezifisch - Angebote zur Prävention gegen zukünftige berufliche Belastungen vor.
3. Die Schulberatung hält schulartübergreifend schwerpunktmäßig Angebote zur Beratung und Intervention bei akuten Belastungen vor.
4. Die Information über externe Angebote und Angebote von Kur- und Rehabilitationskliniken wird systematisiert und verstärkt. Die Organisation therapeutischer Angebote - auch solche der heilkundlichen Psychotherapie - gehört dagegen nicht zum Aufgabenbereich der Schule.
Die Struktur ist so angelegt, dass sie bei zusätzlichem Bedarf im Rahmen der Möglichkeiten des Haushalts noch ausbaubar ist. Derzeit umfasst sie bereits folgende Maßnahmen bzw. Angebote zur Förderung und Erhaltung der Lehrergesundheit:
1. Lehramtsausbildung 1. und 2. Phase; Schulleiterausbildung:
Bei der Überarbeitung der Prüfungsinhalte der LPO I im Fach Erziehungswissenschaften (§ 32 neu) wird der Umgang mit beruflichen Belastungen in die Zulassungsvoraussetzungen im Teil "Allgemeine Pädagogik" und in das entsprechende Kerncurriculum, das die staatsexamensrelevanten Inhalte ausformuliert, aufgenommen.
Die Angebote des Referendariats vor allem zu Supervision und Stimmbildung werden ausgebaut. Zusätzlich ist die Entwicklung entsprechender Angebote der Fortbildung für die Berufseingangsphase nach dem 2. Staatsexamen beabsichtigt.
In Entsprechung zum neuen Curriculum zur Qualifizierung von Schulleitern - KMBek vom 19.12.2006, KWMBl 2007 S. 7 f.; Teil B, Ausbildung - werden im Zusammenhang mit dem Thema "Personalentwicklung" Veranstaltungen zur Lehrergesundheit in die Schulleiterausbildung aufgenommen.
2. Prävention in der Lehrerfortbildung:
Die "Gesundheitsförderung" gehört zu den Schwerpunkten der Planung der Lehrerfortbildung auf allen Ebenen.
Zu den Veranstaltungstypen mit präventiver Zielsetzung, die schwerpunktmäßig dem Bereich der Lehrerfortbildung zuzuordnen sind, gehören u.a. Stressmanagement, Gesprächsführung in schwierigen Situationen, Konfliktlösungstraining, Gordon-Training, Balint-Arbeit, Entspannungstechniken und kollegiale Beratung.
Die Lehrerfortbildung kann aufgrund ihrer regionalen und lokalen Struktur auch schulart- und fächernahe Unterstützungsangebote leisten. Im Zusammenhang mit der Schulentwicklung liegt außerdem die Planung und Durchführung von schulinternen Veranstaltungen zur Förderung der Lehrergesundheit in der besonderen Verantwortung der einzelnen Schulen.
Über die Angebote im Einzelnen informiert die Fortbildungsdatenbank
FIBS (http://www.fortbildung.schule.bayern.de ); dort sind z.B. unter dem Stichwort "Lehrergesundheit" neben staatlichen Angeboten auch die anerkannten Angebote nichtstaatlicher Träger - z.B. der Lehrerverbände - zu finden. Ebenfalls über FIBS erfolgt bei staatlichen Angeboten - wie auch sonst im Bereich der Lehrerfortbildung - die Anmeldung der Lehrkräfte zu den Lehrgängen.
3. Beratung
Im Rahmen ihrer Dienstaufgabe "Beratung von Lehrkräften und Schulen" halten die Staatlichen Schulberatungsstellen Beratungsangebote und Angebote mit kurativem Schwerpunkt vor und kooperieren dabei teilweise auch mit externen Anbietern. Diese Beratung wird schwerpunktmäßig von Schulpsychologen, aber auch von erfahrenen Beratungslehren an den Schulberatungsstellen geleistet. Zusätzlich werden Schulpsychologen von Schulen und Schulämtern herangezogen. In jedem Fall ist ein hohes Maß an Vertraulichkeit sicher gestellt, das mit dem Status und der Qualifikation der Beratungsfachkräfte einhergeht.
Zu den Maßnahmen, die schwerpunktmäßig dem Bereich der Beratung zuzuordnen sind, gehören u. a. Supervision, Fallbesprechung, Schulleitercoaching, Begleitung einer Lehrkraft in der Rehabilitation, aber auch Information über therapeutische Angebote außerhalb der Schule.
Als direkter Ansprechpartner für die Thematik wurde zum Beginn des Schuljahrs 2007/08 an jeder Staatlichen Schulberatungsstelle in Teilabordnung ein Gesundheitsbeauftragter bestellt. Er koordiniert die Aktivitäten der Schulberatung in seinem Bezirk, organisiert und koordiniert Veranstaltungen zur Lehrergesundheit sowie die Informationen darüber, berät die Regionale Lehrerfortbildung fachlich und führt Einzelberatungen durch.
Auch über die Angebote der Schulberatung informiert die Fortbildungsdatenbank FIBS (http://www.fortbildung.schule.bayern.de ); anders als bei den typischen Fortbildungslehrgängen im Sinne von Ziffer 2 ist allerdings bereits im Hinblick auf die hier oft gewünschte Vertraulichkeit nicht die Anmeldung über FIBS eröffnet, sondern - wie bei externen Trägern - direkt beim Anbieter Staatliche Schulberatung. In die Homepage der Schulberatung www.schulberatung.bayern.de wird darüber hinaus zur privaten Information der Lehrkräfte eine Übersicht über therapeutische Angebote z.B. von Kur- und Rehabilitationskliniken aufgenommen.
..."
gez. Erhard
Ministerialdirektor
Die Gesundheitsbeauftragten an den regionalen Schulberatungsstellen
Als direkter Ansprechpartner für die Thematik "Lehrergesundheit" wurde zum Beginn des Schuljahrs 2007/08 an jeder Staatlichen Schulberatungsstelle in Teilabordnung ein Gesundheitsbeauftragter bestellt.
Selbstdiagnose-Angebote von der Uni Lüneburg
Weitere Tests auf Anfrage über Herrn Prof. B. Sieland
E-Mail: sieland@leuphana.de
... weitere Angebote zum Thema Lehrergesundheit
Bitte beachten Sie auch die Angebote zum Thema Lehrergesundheit von:
- Berufsverbänden
- konfessionellen Einrichtungen
- anderen Anbietern
Nähere Informationen finden Sie:
- auf den Homepages der Einrichtungen, auf den
- Regionalseiten der staatlichen Schulberatung und unter
- "Fortbildung in bayerischen Schulen (FIBS)"
Handbuch "Lehrergesundheit - Baustein einer guten gesunden Schule"
Herausgeber:
- Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK)
- Bundesverband der Unfallkassen (BUK)
- Gemeindeunfallversicherungsverband Westfalen-Lippe (GUV W-L)










